Loire 2008

12.05.2008 Schwäbisch Gmünd – Auxerre


Hund Gassi geführt, Taschen und Auto gepackt und ab ins Vergnügen. Dank des Pfingstmontags und des bereits drei Tage zurückliegenden Ferienbeginns ist auf den Straßen nicht viel los. Wir sind um 09.30Uhr gestartet und über Stuttgart, die A8 bis Karlsruhe und von dort über Iffezheim nach Frankreich gefahren. Über Saverne, Sarrebourg, vorbei an Nancy und St.- Dizier beschlossen wir einen ersten Zwischenstopp am Lac de Der-Chantecoq einzulegen.

Nach etwas Herumgekurve fanden wir dann auch einen schattigen Parkplatz, gleich hinterm Deich. Der See, ein Stausee, erwies sich allerdings als ein Fundorado für Wassersportler, die dort unter höllischem Lärm mit ihren Wasser-Motorrädern um die Wette fuhren. Leilah war das allerdings egal, sie stürzte sich auf kürzestem Weg ins Wasser. Die Promenade um den See war auch nicht unbedingt erholsam, wenn man nicht gerade von einem Kampfradler fast umgefahren wurde, drohte einem dasselbe von einem Touristenzügle, oder Rollerskatern. Nach Verzehr von unserem Vesper beschlossen wir deshalb uns weiter nach Westen auf den Weg zu machen.

Vom See ging es wieder durch menschenleere französische Dörfer und Straßen nach Troyes (viel Verkehr) und dann über die Landstraße – Unfall mit Deviation über eine Wiese (Was der Bauer dazu wohl sagte?) – nach Pontigny, eine ehemalige Zisterzienser Abtei. Für einen Moment nahm die Luftfeuchtigkeit Tropfenform an, aber da es ja unser Urlaub war, besann sich der Himmel eines Besseren und hielt dicht.

Weiter ging es, auch wenn mit abnehmender Kilometer-zahl vor einer Route barré gewarnt wurde. Da wir als alte Frankreichkenner (siehe Route des Crête) sicher waren, dass damit nur Touristen abgeschreckt werden sollten, fuhren wir unverdrossen weiter in Richtung Auxerre. Unsere Vermutung war richtig und wir kamen über einen kleinen Feldweg direkt ins Zentrum von Auxerre.

Gleich an der Yonne, wo Boot an Boot Lust auf einen Ausflug auf dem Wasser machte, fanden wir im Hotel Ibis eine, zumindest was die Raumgröße anbelangte, bescheidene Unterkunft. Nach einem ganzen Tag im Auto war uns das aber relativ egal. Samt Hund und Gepäck ging es in den schwankenden Aufzug und durch Kampf mit einem drückenden Türschliesser und dagegen drückendem Hund (der Hund gewann!) kamen auch wir schließlich in das Zimmerle.

Etwas erfrischt suchten wir im Zentrum von Auxerre, ob sich trotz Feiertags etwas Essbares finden ließe. An der bei unserer Burgundreise im vergangenen Jahr entdeckten „Artisan Chocolatier“ rückte gerade ein größerer Trupp von Feuerwehrleuten ab, was uns schon befürchten lies, dass wir einen Tag zu spät gekommen waren. Aber wie sich am nächsten Tag herausstellte, war unserer Befürchtung umsonst, der Laden hatte wieder geöffnet. In einer kleinen Straße in Richtung Kathedrale fanden wir dann auch ein feines Lokal.

Bedingt durch die französische Gaststätteneinrichtung (sehr eng) zogen wir es zugunsten von Hund und anderen Gästen vor, uns einen Platz im Freien zu suchen. Aufgrund der warmen Temperaturen war das auch kein Problem. Lediglich durch Amok fahrende Einheimische mit wummernden Autos und Motorrädern wurde das Idyll etwas gestört, letztlich tat das dem Appetit keinen Abbruch.


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13.05.2008 Auxerre – Souvigny de Touraine


Zum Frühsport ging ich mit Leilah der Yonne entlang spazieren. So früh am Tag war noch alles ruhig und leer. Lediglich ein einsamer Jogger lief uns über den Weg. Beim Frühstück anschließend im Hotel entdeckten wir auf einem Prospekt den Hinweis auf Guédelon, den Versuch eine mittelalterliche Burg mit mittelalterlichen Mitteln nachzubauen. Wir hatten schon ab und zu von diesem Vorhaben gehört, nachdem der Ort jetzt sogar direkt auf unserer Strecke lag, war klar, dass wir da hin mussten.

Chateau d'eaux

Zuerst war allerdings noch der Chocolatier an der Reihe, der leider von den hervorragenden Pistazienlikör nichts mehr vorrätig hatte. Naja, dann halt nächstes Mal wieder. Damit der Weg nicht zu einfach würde, war er mit Châteaux gepflastert. Da Château Ratilly als Vorlage für Guédelon gedient hatte, mussten wir dieses zuerst im Wald suchen und finden. Man lernt, dass von der ersten Anzeigetafel Château „XXX“ bis zum tatsächlichen Erscheinen des Châteaus oft Stunden vergehen können. Ganz davon abgesehen, dass der Hinweis auf ein Château d’ eau nicht auf ein Wasserschloss hinweist, sondern einen ganz ordinären Wasserturm beschreibt, von denen es ebenfalls sehr viele gibt und von denen die wenigsten so schick aussehen wie der nebenstehende.





Loire Ratilly

Ratilly war, nebenbei bemerkt, tatsächlich noch bewohnt, so dass wir einer Innenbesichtigung entgingen. Von den Bewohnern ließ sich allerdings, mit Ausnahme einer aristokratischen Schlosskatze, keiner sehen. Weiter ging’s dann nach Guédelon, wo wir einen schattigen Parkplatz für den Hund fanden. Ein riesiger, zum Glück noch ziemlich leerer Parkplatz, lässt einen erahnen, dass an Wochenenden, oder in den französischen Ferien dort vermutlich die Hölle los ist. So aber konnten wir direkt an die Kasse gehen, unseren Obulus entrichten und die Anlage betreten. Die Bauarbeiten hatten bereits 1996 begonnen, so dass wir schon einen Eindruck gewinnen konnten, wie das Ganze einmal aussehen sollte. Bei einer veranschlagten Gesamtbauzeit von 25 Jahren hatten die Handwerker dort bereits fast die Hälfte der Bauzeit hinter sich gebracht. Sieht man die Mittel und Werkzeuge, mit denen die Bauhandwerker die Burg errichteten, so kann man vor Ehrfurcht fast erstarren über diese Leistung.



Guedelon Guedelon Guedelon Guedelon Guedelon Guedelon Guedelon Guedelon Guedelon

Neben Steinmetzen, Zimmerleuten, Seilern und Korbmachern gab es auch Töpfer und Weber im Lager, sowie eine Kräuterfrau, die mit allerlei duftenden Kräutern werkelte. Pferde gab es auch, aber nicht wie wir es gewohnt sind als Reittiere, sondern als schwer arbeitende Baustellen-Kaltblüter, die vor einen Karren gespannt, die schweren Steinblöcke vom Steinbruch zur Baustelle brachten. Auch die Ernährung spielte bei einer solchen Baustelle eine wichtige Rolle. Die dort freilaufend gehaltenen Schweine haben sich auf jeden Fall dort „sauwohl“ gefühlt.

Nach der wirklich sehr beeindruckenden Besichtigung durfte erst mal der Hund etwas zu Mittag essen und sich die im Kofferraum eingeschlafenen Füße wieder locker laufen. Danach fuhren wir nach St-Fargeau, ein weiteres nettes kleines Städtchen mit, oh Wunder über Wunder, einem Château. Da dort das Tor zum Innenhof gerade offenstand und niemand uns behelligte, kamen wir auch in den Innenhof dieser prächtigen Anlage. Eine Kutsche ließ etwas altertümliches Flair aufkommen bevor wir dann doch noch hinauskomplimentiert wurden.

Im Ort durfte Leilah dann an der historischen Wäscherstelle ein kleines Bad in der Loing nehmen, um uns dann noch etwas tropfend zu einem Kaffee in einer Bar zu begleiten. Dort leisteten uns mehrere ehemals schlanke Franzosen Gesellschaft, die den Nachmittag mit dem Konsum von roten und gelblichen offensichtlich alkoholischen Getränken verbrachten.

So gestärkt und in Anbetracht des schon wieder verstreichenden Tags fuhren wir über Gien und Sully-sur-Loire (ja endlich waren wir an der Loire angekommen!) über Chambord (uiuiuiui), Blois, vorbei an diversen Atomkraftwerken, die so gar nicht zu einem naturbelassenen Fluss passen wollten. Bei Chaumont-sur-Loire verließen wir die Loire auch wieder, um zu unserem Etappenziel Souvigny de Touraine zu gelangen. „Moulin de Vandon“ unser Wunschquartier aus dem Internet fanden wir nicht. Eine Einheimische schickte uns erst mal in die falsche Richtung. Dort gab es zwar ein Gîte (eine Ferienwohnung), dessen Besitzer wollte aber wegen Urlaub niemand mehr aufnehmen. Dafür konnte er aber beschreiben, wo wir unsere Moulin finden konnten. Im zweiten Anlauf klappte das dann auch.


Moulin de vandon moulin de vandon

Was uns dort erwartete war irgendwie schon einmalig. Jede Menge freilaufende Hühner, Hähne, Enten, Hunde, Katzen und nicht zuletzt, ein weißer Pfau mit seinen zwei traditionell gekleideten Damen, veranstalteten ein ziemliches Spektakel. Die Dame des Hauses, eine Deutsche, die seit über 50 Jahren in Frankreich lebt konnte uns nach einigem Hin und Her dann doch noch ein Abendessen (Omelette mit Brot und Salat) zur Verfügung stellen. So genossen wir den Abend im Freien unter Tieren und auch Leilah ertrug die Szene mit Gelassenheit.


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14.05.2008 Souvigny de Touraine – Chenonceau


Der Morgen begann, wie nicht anders zu erwarten, mit einem Platzkonzert der ortsansässigen Hähne. Das Ganze wurde zuerst mit Soli begonnen, dann chorisch hinterlegt, später mit Echoeinlagen verziert, um dann schließlich mit Pfauen-Trompeten zu einem Allegro-Furioso anzuschwellen.

Marions Schlafneigung kann als verhalten bezeichnet werden. Alldieweil versuchte ich unserem Übelkeit vortäuschendem Hund durch Bewegung an der frischen Luft wieder Appetit zu verschaffen, was allerdings erst mal nicht gelang.
Uns schmeckte dafür das ländliche Frühstück sehr gut, nachdem wir mit dort zufällig anwesenden "Badensern" neben einer Diskussion um die Qualität der Bühler Zwetschge und das Problem heutzutage Lehrer zu sein, Erfahrungsaustausch über die noch anstehenden Besichtigungen gemacht hatten.


Chenonceaux

Von Souvigny nach Chenonceaux waren es nur wenige Kilometer und das Schloss war nicht zu verfehlen. Auf einem großen Parkplatz gab es auch noch einen Schattenparkplatz für uns und Leilah. Durch eine lange Allee kam man auf das Schloss zu, das auch das Schloss der Damen genannt wird, da hier in bunter Reihenfolge die adligen Damen gerne ihren Sitz nahmen und das Gebäude entsprechend baulich prägten. Das nicht an der Loire liegende Loire-Schloss ist aus einer ehemaligen Mühle über die Cher hervorgegangen und bietet mit seinem über den Fluß gespannten Bau einen beeindrucken-den Anblick.

Die das Schloss umgebenden Parkanlage ist so weitläufig, dass ein Tag kaum ausreicht, um überall hinzukommen. So haben wir das gerüchteweise vorhandene Labyrinth leider nicht persönlich in Augenschein nehmen können. Aber trotzdem war das Schloss allemal einen Besuch wert.

Aufgrund der steigenden Sonne und der damit verbundenen Temperaturen beschlossen wir dann doch sicherheitshalber unseren Hund aus dem Auto zu befreien und mit einem Bad in einem benachbarten Bach für die Warterei zu entlohnen. Ein paar belegte Brötchen als Reiseverpflegung und eine Fütterung unseres Raubtiers (Appetit war wieder da!), dann konnten wir uns wieder aufs Gerade wohl in die französische Landschaft stürzen.

Wir fuhren nach dem Zufallsprinzip den Hinweisschildern von Château Montresor und dem Château Montpoupon nach und mussten uns nach einer Tour de Province schließlich für eines entscheiden. Montpoupon verlor zu Gunsten von Montresor, was dieses mit einem Cafe Crême unter einem Sonnenschirm belohnte. Wie man den nachfolgenden Bildern entnehmen kann Château bleibt Château.


Montresor

Frisch gestärkt mit Baguette und Cafe steuerten wir daraufhin Loches an, eine imposante Festungsstadt an der Indre (wieder kein Loire-Schloss!). Nach schnaufendem Aufstieg zur Zitadelle gab es von oben eine schöne Aussicht auf die Stadt.

Während Marion mit Leilah geduldig warteten, durfte ich den Donjon, den ehemaligen Wohnturm der Festung samt Kerker besichtigen. Es ist schon beeindruckend, wenn man über steile Treppen und Stege irgendwann oben in dem „hohlen Zahn“ von Bauwerk auf einem Gitterrost steht mit nichts als 30m Luft unter sich. Das leise Knacksen des Gitters trägt da nicht unbedingt zur Beruhigung bei.
Jedenfalls war ich froh, als ich mit nicht nur vor Anstrengung wackligen Knien wieder wohlbehalten unten war. Vor allem die Begegnung mit einer nicht mehr als vollschlank durchgehenden Dame samt männlichem Pendant im engen obersten Treppenhaus gehört nicht zu den Ereignissen, die man sich öfters wünschen würde. (Gut, dass ich so rank und schlank bin!)


Loire, Loches Loire, Loches

Loche bietet übrigens nicht nur für Château-Liebhaber etwas. Nein auch für Naschkatzen gibt es am Ort eine Bonbon-Manufaktur, die Confiserie Hallard, mit Schaubetrieb, die Marion aus rein technischen Gründen auch noch besichtigen wollte. Leider war gerade keine Vorführung, sodass sie, um den dortigen Angestellten die Enttäuschung erträglicher zu machen, doch wenigstens das eine oder andere Naschwerk erwerben musste.

Die Uhr strebte wieder unerbittlich auf den Abend zu, so dass wir uns auf die Suche nach einem passenden Nachtquartier machen mussten. Irgendwie war auf dem Weg in Richtung Amboise nichts passendes zu finden. Die einzige attraktive Gitê die wir sahen, war leider ohne menschliche Besatzung, sodass wir am Ende uns doch wieder in Chenonceau befanden. Dort gelang es uns zum ersten und einzigsten Mal auf unserer Tour, dass wir drei Anläufe brauchten um ein Quartier samt Hund zu finden. (Quartier 1: Besitzer mit Hundeallergie; Quartier 2: Besitzerin mit Kampfhund – Angst um einen der beiden Hunde vortäuschend; Quartier 3: Relais Chenonceaux hatte weder etwas gegen Hunde, noch gegen uns.

Relais Chenonceaux

Dafür befolgten wir den guten Rat uns gleich einen Tisch im Restaurant zu bestellen. Dieser Rat war gut, wie sich später herausstellte, den der Ober wurde gar nicht mehr fertig, unreservierten Besuchern sein „je suis désolé“ entgegenzuschmettern. Uns hat es auf alle Fälle geschmeckt. Meiner in astreinem Französisch vorgetragenen Menuauswahl wagte selbst der Oberkellner nichts mehr hinzuzufügen.

Leilah hütete derweilen ergeben das Zimmer und durfte dafür anschließend beim Abendspaziergang noch einen französischen Hovawart (eingentlich ein stromlinienförmiger Berner Sennenhund) kennenlernen. Zwei Amerikaner waren von Lilah so begeistert, dass sie spontan um ein Photo-shooting baten, was unsere Diva gewohnt gelassen über sich ergehen lies.


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15.05.2008 Chenonceaux - St.-Brisson-sur-Loire


Nach dem Frühstück (und dem obligatorischen Ausgang mit Hund) wurden noch schnell die letzten Postkarten versorgt, das Auto wieder gepackt und zielgerichtet über Landsträßchen nach Châteaux Chaumont-sur-Loire gefahren. Dort besichtigten wir das, man höre und staune, an der Loire liegende Loire-Schloss Chaumont samt seinem dazugehörigen Park. Die Dame am Einlass war so freundlich den Hund mit in die Anlage zu lassen, da wir auf eine Innenbesichtigung verzichten wollten.

Nach einem langen Aufstieg mit Blick auf die träge dahin fließende Loire erwartete uns oben völlig unerwartet der Anblick von Sylter Strandkörben vor einer phänomenalen Schlossansicht. Die Neigung von Marion den Rest des Tages in einem der Strandkörbe zu verbringen war irgendwie nachvollziehbar. Lediglich die vorbeiziehenden gaffenden Massen ließen uns davon Abstand nehmen.

Nach einem kurzen Blick in den Schlossinnenhof und der Kenntnisnahme der ehemaligen Bewohner (die üblichen Verdächtigen: Diane de Poitiers, Catherine de Medici, Nostradamus etc.) wandten wir uns den Écuries, den Stallungen des Schlosses zu, wo neben den Ställen auch eine Art Hofreitschule in einem dicken runden Turm mit Galerie untergebracht war. Außerdem konnte ein Sammelsurium an Kutschen, unter anderem die des russischen Botschafters, der hier wohl hängen geblieben ist, besichtigt werden.


Chaumont Chaumont

Der zweite Teil der Anlage war ein Gartenschaugelände aus einer Ausstellung internationaler Gartenbaukünstler. Der Charme dieser Anlage war schon etwas verbleicht, die Anlagen zwar interessant, aber auch schon etwas vernachlässigt. Zwischen Wasserrädern, Hängematten, Einmachgläsern, die in Wände eingemauert waren und nebulöse Regenwaldschluchten trieben sich neben vereinzelten Garten-Touristen etliche enthusiastische Schulklassen herum.

Leilah fand vor allem die diversen Wasserspiele reizvoll. Nach einem Blick auf den ziemlich reizlosen Hundefriedhof fuhren wir weiter über Blois und viele kleine Nebensträßchen nach Château Chambord.

Ausgenommen die etwas größeren Städte erschien uns Frankreich weiterhin wie ausgestorben. In Anbetracht der nicht unerheblichen Benzinpreise suchten wir erst mal vergeblich nach einer „aggréablen“ Tankstelle. Die bei einem Supermarché gelegene Tankstelle mit Carte Bancaire Betrieb wollte meine gute Landesbank-Karte nicht akzeptieren, dafür konnte Marion ein Mittagessen (Picknick, oder Pique-Nique wie der Französe sagt) besorgen. Auch die regionale Versorgung mit Bankautomaten ließ sehr zu wünschen übrig.

In Chambord (ohne Loire) angekommen suchten wir zielstrebig zufällig einen Waldparkplatz am Ende eines Anlagensees mit wunderbarem Blick auf das Schloss. Wasser für den Hund und Essen für uns, eine gute Kombination, ohne die Touristenmassen, die nur Staub aufwirbeln. So gestärkt konnten wir uns dem Schloss nun wirklich nähern. Der neu angelegte Parkplatz ließ schon Schlimmes befürchten. Glücklicherweise wollten die meisten Besucher ihr Auto nahe am Schloss und dafür in der prallen Sonnen stehen lassen, so dass wir mit zwei Minuten mehr Zeitaufwand einen schönen Schattenparkplatz fanden. Vorbei an Schulklassen und Japanern, die durch Leilahs Attraktivität den eigentlichen Grund ihres Hierseins völlig vergaßen, schlängelten wir uns in Richtung Schloss.


Chambord Chambord

Die Gesamtanlage ist freundlicherweise frei zugänglich, lediglich das Innere des Schlosses ist gegen Entgelt zu betreten. In Anbetracht von Hund, über vierhundert Zimmern und tausenden Besuchern verzichteten wir auf das Innere und ließen uns von der Außenanlage bezaubern. Auch Außenbesichtigungen können erschöpfen. Ein Luxus-Cappuccino aus dem Plastikbecher neben babylonischer Sprachenvielfalt ließ uns den Gedanken verwerfen uns dort vor Ort eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Immerhin hatten sie hier einen Bankomaten, mittels dem ich meine etwas schwindsüchtige Brieftasche wieder füllen konnte. Entlang der über 30km langen Umfassungsmauer näherten wir uns deshalb wieder der Loire. Tatsächlich fanden wir an der Strecke auch noch eine Tankstelle mit menschlicher Bedienung und halbwegs akzeptablem Benzinpreis. Wir stellten fest, dass in Frankreich tatsächlich noch Wettbewerb existiert. auf engstem Raum fand man Preisunterschiede von teilweise mehr als 10 Cent. Nachdem nun auch das Auto seinen Teil abbekommen hatte fuhren wir nach Sully-sur-Loire.


Sully-sur-Loire

Auch dort gab es natürlich wieder ein schönes Wasserschloss und dazugehörigem Park. Leilah interessierte sich allerdings mehr für die naheliegende Loire und nahm noch mal ein ausgiebiges Bad. Als Übernachtungsmöglichkeit erschien uns noch nichts passables, deshalb fuhren wir weiter der Loire entlang über Gien mit seinen Fayencen in Richtung Chatillion. Ein kleines Hinweisschild an der Landstraße machte uns auf St-Brisson-sur Loire aufmerksam, wo Chez Huguette eine Übernachtungsmöglichkeit für Zwei plus feuchten Hund anbot. Das Problem, dass der Koch des Restaurants „Aux Trois Gourmets“ erkrankt war machte der attraktive Menupreis wieder wett. Ein sehr netter Patron kochte wirklich lecker für uns, so dass dies ein würdiger kulinarischer Abschied von Frankreichs Küche war.


Saint Brisson -  Natur pur

Das Château von St-Brisson konnten wir mangels unpassender Öffnungszeit leider nicht besuchen, ebenso wenig wie die Miss-Brisson-Wahl am darauffolgenden Samstag, bei der wir Leilah durchaus reelle Chancen eingeräumt hätten.


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16.05.2008 St.-Brisson-sur-Loire – Schwäbisch Gmünd


Nach ausgiebigem Spaziergang ins Umfeld von Saint-Brisson gab es noch mal ein leckeres Frühstück. Ein Reisender in Sachen Papier diskutierte mit uns die Weltwirtschaft und die Papierindustrie insbesondere. Der Patron zeigte uns noch zu welchen dekorativen Leistungen die Töpferei-Industrie rund um Gien in der Lage war und dann ging es auch schon wieder weiter.

Aufgrund der wechselhaften Wettervorhersage waren wir uns morgens noch nicht darüber im Klaren, ob wir noch einen weiteren Tag in Frankreich verbringen wollten oder nicht. Wir hielten uns deshalb so weit wie möglich an der Loire und fuhren dann irgendwann auf der Schnellstraße in Richtung Nevers. Von dort dann entlang des Morvan in Richtung Autun. Das ausgeschilderte Château Chinon erwies sich als relativ unergiebig, dafür gab es eine gut bestückte Potery bei der dann doch noch das eine oder andere Mitbringsel anfiel.

Marion erinnerte sich an den Lac des Setton, den sie bei einem schönen Sommergewitter erlebt hatte. Da die Stimmung (Wetter!) ähnlich war, kurvten wir durch kleinste Sträßchen dort hin. Gut, Leilah und Wasser, die Kombination kannten wir ja schon, lediglich der wacklige Steg verunsicherte unseren tapferen Hund ein wenig.


Lac de Setton

Nach Verzehr unserer Essensreste steuerten wir dann Beaune im Herzen Burgunds an. Ein Parkplatz im Zentrum war schwer zu finden, aber gegen Bezahlung gab es dann tatsächlich einen. Es war sehr viel los. Viel mehr als bei unserem Besuch vor einem Jahr. Dafür war das Hospital mit seiner reizvollen Dachlandschaft völlig eingerüstet. Da hatten wir beim ersten Besuch aber Glück!
Ein wenig Bummel durch die Sträßchen, ein Kaffee, dann stand der Entschluss aufgrund der zunehmenden Bewölkung fest – Heimfahrt.

Noch einmal tanken und dann auf die Autobahn in Richtung Mulhouse. Über die A5 mit einem Zwischenstopp an der Raststättte Bad Krotzingen zur A8. Hier kamen wir in dichtem Verkehr in einen richtigen Wolkenbruch, der aus der Fahrbahn ruckzuck eine Badewanne für Autos machte. Aber so schnell wie der Wolkenbruch gekommen war, so schnell war er auch wieder vorbei. Nach 5 Stunden Fahrt, inclusive Rast, waren wir dann um 21.30Uhr wieder glücklich und erschöpft zu Hause.

Wir haben wieder viel gesehen, aber wie üblich, nicht alles.

Nicht gesehen haben wir z.B.


Château Royal d’Amboise, Château d’Angers, Château du Plessis-Bourré, Château de Brissac, Château de Montgeoffroy, Château de Saumur, Château de Montreul-Bellay, Château de Brézé, Château de Montsoreau, Château du Lude, Château du Rivau, Château d’Ussé, Château Royal de Langeais, Château de Troussay, Château de Cheverny, Château d’Azay le Rideau, Château de la Chatonnière, Château de Villandry, Château de la Bourdaisière, Château de Valmer, Château du Clos Lucé, Château de Montpoupon, Château Royal de Blois, Château de Talcy, Château de Fougères-sur-Bièvre, Château de Beauregard, Château de Valencay, Château-Musée de la Chasse, Château de la Bussière und vermutlich noch ein paar hundert andere.



E N D E



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